, Lauda Philip

Neuer Bundesliga Trainer David Pirker im Interview

Hier erfahrt ihr alles rund um unseren neuen Bundesliga Trainer. Willkommen David!

 

  1. Hi David, schön dich bei den Dragons begrüßen zu dürfen! Magst du dich kurz unserer Community vorstellen – wer ist David Pirker, wenn er gerade nicht in der Halle steht?

    Ich komme aus Kärnten, studierte in Wien Elektrotechnik und bin angehender HTL-Lehrer. Ich verbringe so viel Zeit wie möglich mit meiner Familie. Zusammen kümmern wir uns um unseren Garten, machen zahlreiche Ausflüge mit der NÖ-Card oder gehen einfach zusammen ins Freibad.

  2. Du wohnst mit deiner Frau und euren beiden Kindern in der Nähe von Wien. Wie findet die Familie deine Floorball-Leidenschaft – sind sie selbst auch sportbegeistert?

    Nachdem ich seit Herbst 2025 wieder regelmäßig Floorball spiele, hatten nun auch meine Kinder ihre erste "Schläger-Erfahrungen". Nachdem sie mir zugesehen haben, mussten sofort Floorballschläger für sie unter dem Weihnachtsbaum liegen. Seitdem wird in ihrem Kinderzimmer regelmäßig eine Floorballhalle insziniert. Also haben sie trotz ihres jungen Alters mit 4 und 2 Jahren schon reichlich Floorball-Begeisterung. Ich freue mich darauf wenn sie alt genug für die Mini-Dragons sind.

  3. Was war dein letztes „Aha-Erlebnis“ abseits vom Floorball – ein Buch, eine Reise, ein Hobby, das dich gerade beschäftigt?

    Als ich zuletzt im Frühling den Garten auf Vordermann gebracht habe und dazu ein Hörbuch gehört habe. (Ich habe seit dem ich Vater bin, Audiobücher lieben gelernt.) Aber es passte irgend ein Detail nicht. Und erst nach längerem Überlegen habe ich bemerkt, dass es die Musik war die gefehlt hat. Und für die Gartenarbeit musste meine Lieblingsmusik ganz laut im Ear-pud erklingen. Danach wurde die Arbeit mindestens doppelt so schnell erledigt. Also: Musik darf niemals fehlen, auch wenn man sie hin und wieder vergisst bewusst einzuschalten.

  4. Dein erstes Floorballspiel hattest du 2008 für den VSV in Kärnten. Wie bist du damals zu dieser – in Österreich noch jungen – Sportart gekommen?

    Ich hatte wie viele Villacher zu der damaligen Zeit, einen ganz bestimmten Turnlehrer im Gymnasium: Herrn Prof. Lampl. Dieser organisierte damals schon eine jährliche Schulexkursion nach Göteborg um an einem Floorball-Turnier teilzunehmen. Und da das Floorball-spielen im Unterricht riesige Freude machte, entschloss ich mich mit Freunden beim VSV zum Jugend-Training zu gehen. Schon ein halbes Jahr später durfte ich mit 15 Jahren in der 2. Bundesliga mitspielen. (Ja, der Floorball-Sport war noch jung. ;)

  5. Was war dein schönster Moment als Spieler, und was war die härteste Lektion, die du auf dem Spielfeld gelernt hast?

    Mein schönster Moment war mein erster Staatsmeister-Titel. Diesen zusammen mit Freunden mit denen ich gemeinsam Floorball spielen angefangen habe, sowie mit den Team-Kollegen die ausnahmslos gute Freunde waren, zu erreichen. Den Stolz zu fühlen, Teil einer (Sport-)Familie zu sein, die alles Erreichen kann. Und zu wissen, dass man einen wichtigen Teil zum Erfolg beigetragen hat.
    Die härteste Lektion war die U19 WM in Finnland. Obwohl es nur die B-WM war, erfuhr ich unweigerlich wie viel stärker und besser manch anderer Floorballspieler ist. (Auch wenn es wiederum atemberaubend und motivierend war die Top-Spiele der U19 A-WM zu sehen.)

  6. Wann hast du gemerkt, dass du nicht nur Spieler, sondern auch Trainer sein willst – und was reizt dich am Coaching mehr als am Spielen?

    Als Lehrer hab ich grundsätzlich Freude daran, Wissen zu vermitteln. Und ich habe immer schon mehr Talent im Taktischem-Spiel gezeigt, als in der stocktechnischen Einzelleistung. 
    Nachdem ich dem FBC-Dragons als Hobby-Spieler beigetreten bin und mein Ehrgeiz in mir wieder aufgeflammt ist, musste ich erkennen, dass mein fast 35 Jahre alter Körper nach einer über 10 Jährigen kompetitiven Sport Pause diese Flammen nicht mehr gänzlich aushält. Diese ehrgeizige Flamme jedoch als Trainer weiter zu leben und zu geben, hält er aber noch aus. ;) 
    Also kann ich als Trainer ehrgeizig nach Erfolgen jagen, was ich als Spieler nur noch bedingt kann.

  7. Welche Trainer haben dich selbst am stärksten geprägt, und was möchtest du davon an deine Spieler weitergeben?

    Zwei Trainer haben mich ganz besonders geprägt: Hannes Pühringer und Harald Felsberger. Durch das Jugend-Training bei Hannes konnte ich die "Basics" des Floorballs lernen, lieben, leben und meistern. "Flache Pässe","30cm hoch schießen","Zwischen Ball und Tor stehen" etc. 
    Harald's training lehrte mich die kleinen aber feinen Tricks und die, je nach Gegner angepassten, Spielzüge. Egal, ob man Gegenspieler mit kurzem Geduldsfaden besonders bedrängt, oder unsichere Linien nicht einmal hinter dem eigenen Tor in ruhe lässt. Bis hin zu Videoanalysen, anhand welcher Spielezüge geplant wurden, um die Fehler der Gegenmannschaft optimal auszunutzen. Beides möchte ich auch weitergeben. Sowohl die Grundlagen, als auch die situationsbedingten Finessen.

  8. Was hat dich überzeugt, ab September Cheftrainer unseres Herren-Bundesligateams zu werden?

    Sowohl mein Bedürfnis Floorball-Erfahrung und -Wissen weiter zu geben, sowie Teil eines Familiären-Vereins zu sein, wo man aktiv eine Gemeinschaft vorantreiben und unterstützen kann.

  9. Wie würdest du deinen ersten Eindruck von den FBC Dragons in drei Worten beschreiben?

    Familiär, Leidenschaftlich, Sportbegeistert.

  10. Hattest du als Spieler oder Trainer schon Berührungspunkte mit den Dragons – kennst du jemanden aus dem Verein bereits?

    In der Tat. Es hat mich persönlich sehr gefreut nach über 10 Jahren Floorballpause einige bekannte Gesichter wieder zu Sehen. Von Kumpanen aus dem ehemaligem U19 Nationalteam hin zu Rivalen der damaligen Bundesliga sind verschiedenste Bekanntschaften dabei. 
  1. Das Bundesligateam soll die Kaderschmiede für unser IFL-Team werden und gleichzeitig ein attraktives Angebot für unsere jungen U17-Spieler bieten, die der U17 entwachsen. Wie willst du diese beiden Welten – Talenteentwicklung und Wettkampforientierung – unter einen Hut bringen?

    Durch das zusammenführen von Grundlagen und fortgeschrittenen Taktiken. Attraktiv ist hier ein gutes Wort. Durch ein Attraktives Training, indem die Basics stets weiter gefestigt werden, und kontinuierlich das Arsenal an taktischen Finessen und Spielexpertise erweitert wird. So ist nicht nur für jeden Spieler etwas lehrreiches dabei, sondern auch die Professionalität gegeben um dem IFL-Team Spitzenspieler zur Verfügung stellen zu können.

  2. Was unterscheidet aus deiner Sicht das Coaching von ambitionierten Jugendlichen am Sprung in den Herrenbereich vom Coaching erfahrener Spieler?

    Den Hauptunterschied sehe ich der Erfahrung und Flexibilität im Spielgeschehen.
    Fehlt es den ambitionierten Jung-Spielern oft an praxis von Spielzügen/Spielsituationen, so haben erfahrenere Spieler oft schon ein gefestigtes Bild von diesen Spielzügen/Spielsituationen. Hier finde ich sollten junge spieler die nötige Theorie sowie Praxiserfahrungen machen können, sowie die Flexibilität der erfahrenen Spieler erhalten und gefördert werden.

  3. Welche Rolle soll das Bundesligateam im Zusammenspiel mit dem IFL-Team einnehmen – wie sieht für dich der ideale Weg eines Spielers vom U17-Kader bis ins IFL-Team aus?

    Wie bei einem Berg, sehe ich das Buli-Team als Basis und das IFL-Team als Spitze. Das IFL-Team soll jederzeit die Möglichkeit haben, sich durch Spieler der Buli zu stärken. Jedoch ist die Buli nicht nur unabhängig von der IFL, sonder vor allem Eigenständig und Autonom.
    Grundsätzlich ist jeder "Weg" eines Spielers individuell. Die Blaupause für mich sieht folgendermaßen aus:
     U17 --> U17 mit evtl. Jugend-Nationalteam Erfahrung --> Buli --> Buli Führungsspieler --> IFL. 
    Die Übergänge sind am besten/organischsten wenn sie fließend sind. Wenn zB.: erste Buli Erfahrungen schon in der U17 gemacht werden. Jedoch sind hier die individuellen Gegebenheiten jedes Spielers entscheidend und essenziell.

  4. Wenn du in zwei Jahren auf deine erste Phase als Dragons-Trainer zurückblickst – was muss passiert sein, damit du sagst: „Das war ein voller Erfolg“?

    Wenn sowohl die Spieler, als auch ich sagen können, dass es durchgehend ein effektives, professionelles und auch freudvolles Trainingsumfeld gegeben hat.

  5. Wie würdest du deine Spielphilosophie beschreiben – eher offensiv und mutig, kontrolliert und strukturiert, oder etwas dazwischen?

    Tatsächlich zähle ich mich zu den Verfechtern der kontrollierten und strukturierten Spielidee. Grundsätzlich würde ich einen 5:0 Erfolg einem 10:5 Erfolg vorziehen. Trotzdem liebe ich es neue Taktiken und Spielzüge im Match als Überraschungs-Waffe einzusetzen.

  6. Was ist dir als Trainer wichtiger: das perfekte System oder Spieler, die selbst Entscheidungen treffen können?

    Ganz klar: Beides. 
    Jeder Spieler soll wissen welches System gerade gespielt wird und sich auch daran halten. Das ermächtigt Jedermann seine persönlichen Präferenzen auszuleben, ohne dass das Teamgefüge darunter leidet oder zerbricht. 

  7. Was darf in einem deiner Trainings nie fehlen?

    Aufwärm-, und Dehnübungen. Zumindest eine Passübung.

  8. Welche Werte sollen die Spieler bei dir lernen – nicht nur als Floorballer, sondern auch als Mensch?

    Kommunikationsbereitschaft. Kommunikation hilft nicht nur im Match oder im Training, sondern auch im täglichem Leben.

  9. Lieblings-Pre-Game-Ritual?

    Motivationslied mit Kopfhörern LAUT hören. ("Warriors of the World" - Manowar)

  10. Stick-Marke deines Vertrauens?

    EXEL

  11. Welcher Spieler – national oder international – hat dich als Floorballer am meisten beeindruckt?

    Timo Schmid. Beeindruckend zu sehen das, und wie, er in den letzten 20 Jahren stehts auf aller höchstem Niveau gespielt hat.

  12. Was möchtest du unseren Fans, Eltern und der ganzen Dragons-Community zum Start der neuen Saison mitgeben?

    Das ich mich sehr darauf freue Teil der Dragons-Community zu sein sowie ein noch größerer Teil zu werden. 
    Und immer daran zu denken: Was man mit Freude macht, macht man gut.

Danke dass du dir Zeit genommen hast , David.